Bad Science: Ein Leitfaden gegen Pseudowissenschaft
Ben Goldacres Bad Science (2008) ist eine scharfsinnige Kritik an der irreführenden Wissenschaft, die unser tägliches Leben durchdringt. Der britische Arzt und Wissenschaftsjournalist entlarvt systematisch Pseudowissenschaft, schlechte Forschung und Fehlinformationen in Medizin und Medien.
Kernkonzepte und Erkenntnisse
Pseudowissenschaft im Alltag
- Detox-Fußbäder: Braunes Wasser entsteht durch Rost, nicht durch "Toxin-Entfernung"
- Kosmetik mit Lachs-DNA: Große Moleküle können die Haut nicht durchdringen
- Wissenschaftlich klingende Begriffe täuschen Verbraucher
Homöopathie und Placebo-Effekt
- Extreme Verdünnungen enthalten praktisch keine Wirkstoffe
- Placebo-Effekt erklärt scheinbare Verbesserungen
- Kontrollierte Studien zeigen keine Wirksamkeit über Placebo hinaus
Kognitive Verzerrungen
- Bestätigungsfehler: Wir erinnern uns an bestätigende Evidenz
- Verfügbarkeitsheuristik: Dramatische Geschichten überschätzen Risiken
- Mustersuche: Wir sehen Zusammenhänge, wo keine sind
Medien und MMR-Impfstoff-Kontroverse
- Wakefields betrügerische Studie führte zu Impfverweigerung
- Falsche Ausgewogenheit in der Berichterstattung
- Masern-Ausbrüche als Folge sinkender Impfraten
Gefährliche Konsequenzen
- HIV/AIDS-Leugnung in Südafrika kostete 330.000 Leben
- Vitamin-Verkäufer untergruben lebensrettende Behandlungen
Goldacres zentrale Botschaft: Wissenschaftliche Skepsis ist für alle erlernbar. Durch das Hinterfragen von Behauptungen, das Verstehen von Studiendesign und das Erkennen von Verzerrungen können wir uns vor schädlicher Pseudowissenschaft schützen und fundierte Entscheidungen treffen.
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